Er brennt für den Stoppelmarkt. Seit 40 Jahren macht DJ Ohrwurm Musik auf dem Fest der Feste.

Seine Musikbegeisterung weckte der Song "Chirpy Chirpy Cheep Cheep" von "Middle of the Road" im zarten Alter von 11 Jahren. Zu seiner Berufung fand der 58-jährige aber mit 15 Jahren. Damals gab es die Idee eines Jugendtanzes im Gulfhaus und Heiner Olberding sollte die Musik machen. Und so saß er eines Abend auf einem Trecker im Gulfhaus und machte Musik. Auf dem linken Kotflügel stand das Tonbandgerät, auf dem rechten Kotflügel der Plattenspieler und auf dem Lenkrad das Mischpult. Das war 1976 und "DJ Olli auf dem Trecker" hatte Blut geleckt. Er legte nun regelmäßig im Gulfhaus auf und erweiterte sein Einsatzgebiet nach einem halben Jahr auf umliegende Diskotheken wie das "MOT" in Langförden oder das "Mon Bijou" in Vechta. Beide gibt es heute nicht mehr. 

1979 war es dann soweit und DJ Ohrwurm hatte seinen ersten Einsatz auf dem Stoppelmarkt. 2019 - 40 Jahre später- feiert er sein Stoppelmarktjubiläum im Kaponierzelt. Hier legt der gebürtige Osterfeiner/Dammer nun auch schon bereits zehn Jahre auf. "Ich brenne heute noch für den Stoppelmarkt. Es ist für mich der Höhepunkt des Jahres" sagt der gelernte Bürokaufmann.

Er legt im Kaponierzelt Klassiker auf, also etwa "Am Fenster" von City oder Lieder von Supertram, U2, den Simple Minds oder The Cure. Erlebt hat das DJ-Urgestein in den 43 Jahren seiner Karriere viel. Von Groupies die ihn angehimmelt haben über den Stoppelhit "HeHo Stoppelmarkt" bis hin zur Goldenen Schallplatte für die erste Kuschelrock-CD. Konkret wird er nicht was Erlebnisse als DJ anbelangt. Leicht schmunzelnd gibt er nur einen Satz preis: "Wenn es Erlebnisse gibt, dann darf ich sie nicht erzählen". Mit "Chance Music" hat er auch ein eigenes Musiklabel, über welche er einige Stoppelmarktsampler und Künstler wie Mike Krüger oder Carlo von Tiedemann produzierte.

Die wichtigste Fähigkeit für einen DJ bestehe übrigens darin seinen Musikgeschmack zurückzustellen. "Das Gefühl für die Leute hast Du oder hast Du nicht. Das kannste nicht lernen", meint DJ Ohrwurm. Einziger Nachteil des Berufs, wenn man es so nennen kann, ist das er inzwischen jeden Song direkt auf seine Partytauglichkeit abcheckt.

Seit 2015 ist er als Video-DJ unterwegs. 13.000 Musikvideos hat er im Archiv. So haben auch die Nichttänzer etwas zum Schauen und zum Beschäftige oder schlicht zum Unterhalten.
Einfach DJ Ohrwurm einmal im Kaponierzelt live erleben.

(C) Oldenburgische Volkszeitung Text: Christoph Heinzel