DJ Ohrwurm legt schon 37 Jahre auf dem Stoppelmarkt auf Vechta. Er hat schon in den Kultzelten Gulfhaus und Ravi-Zelt aufgelegt, ist für den Stoppelmarktsong „HeHo Stoppelmarkt“ verantwortlich und produzierte diverse Sampler mit Party- und Stimmungsmusik: Heiner Olberding aka DJ Ohrwurm ist seit 40 Jahren im Musikgeschäft und auch auf dem Stoppelmarkt legt er schon 37 Jahre Musik auf. Das DJ-Urgestein wird auch in diesem Jahr wieder für Stimmung im Kaponier-Zelt sorgen: „Gulfhaus meets Kaponier“ heißt am Stoma-Donnerstag das Motto für den Rockabend. Es wird eine Art Revival-Party werden und manch einer, der dann dort einen „Trecker“ auf der Bühne stehen sieht, wird sich vielleicht wundern. Heiner Olberding begann seine Discjockey-Karriere 1976 im Gulfhaus, mit dem sonntäglichen Jugendtanz. „Damals wollte das keiner machen“, erinnert sich der Musikexperte. Die eher kommerzielle Musik, die für den Jugendtanz gespielt werden sollte, entsprach nicht dem damals typischen Gulfhaus-Publikum und auch nicht dem eigenen Musikgeschmack. „Aber ich hatte Schallplatten und eine Lichtorgel, deshalb wurde ich dazu auserkoren“, sagt Olberding. Und so wurde er mit 15 Jahren „DJ Olli auf dem Trecker“. Seine Plattensammlung musste der Nachwuchs-DJ entsprechend anpassen, aber „damals habe ich gelernt, den eigenen Musikgeschmack zuhause zu lassen.“
1979 begann Olberding, auch auf dem Stoppelmarkt im Gulfhaus-Zelt aufzulegen. „Da habe ich drei Wochen vorher im HiFi-Stereo- Shop (später Ton und Technik) gesessen und Musik auf Tonband aufgenommen“, erzählt er, „Damals konnte man fast die Uhr danach stellen, wann welches Musikstück läuft. Mit dem Tonband war man eben nicht so flexibel wie heute mit CDs und MP3.“ So hatte er nämlich angefangen, mit einem Plattenspieler, einem Tonband und vier kleinen Boxen. Und wenn dann etwas schief lief, musste improvisiert werden. Inzwischen ist natürlich alles sehr viel professioneller geworden, mit hohem technischen Standard. „Die reinste Materialschlacht“, findet Olberding, auch er selbst arbeitet mit modernsten Licht- und Tonanlagen und verfügt über rund 6000 Musikvideos, die er mittels Beamer im Kaponier an die Zeltwand projiziert. Und im Notfall ist der Profi heute auf alles vorbereitet: „Letztes Jahr ist jemand auf dem Stoppelmarkt an mein Pult gestoßen und dabei ist Bier über die DJ-Konsole gekippt - Totalausfall, aber ich habe immer alles doppelt da: zweites Laptop, zweites Mischpult, ich konnte sofort weitermachen. Die meisten Leute hatten davon wahrscheinlich gar nichts mitbekommen.“
Was waren rückblickend die Highlights in den 35 Stoppelmarktjahren? „Die beste Zeit war für mich die Ravi-Zeit mit Wirt „Tarzan“, vor zwanzig Jahren. Damals haben wir mit 3 DJs den "DJ-Heiligabend" eingeführt. Am Mittwoch vor Stoppelmarkt-Beginn sind wir durch die Zelte gezogen – wir kannten ja die Wirte – und haben schon mal das Bier "getestet“, grinst Olberding. „Wir nannten uns "Die drei Denöre". Damals ist auch die Idee von "HeHo Stoppelmarkt" geboren, das 1998 veröffentlicht wurde. Ich haben das mit einem Bekannten getextet und dann bei anderen Freunden im Studio aufgenommen und produziert. Durch meine Arbeit für Sony Music in Frankfurt und später für "da music" in Diepholz hatte ich gute Kontakte in der Musikbranche.“ 37 Jahre DJ auf dem Stoppelmarkt, aber ans Aufhören denkt DJ Ohrwurm noch nicht. „Stoppelmarkt-Dienstag vielleicht, da lässt die Lust nach, aber am Mittwoch, wenn ich wieder ausgeschlafen bin, freue ich mich doch schon wieder aufs nächste Jahr“, sagt Olberding. „Man kann diesen Job nur machen, wenn man Freude daran hat. Ohne geht es nicht.“